Die Gemeinde


Textfeld:  Der erste Nachweis in Form einer urkundlichen Erwähnung unseres Ortes stammt aus dem Jahre 786 als Graf Gerold von Nagold, ein Schwager Karls des Großen, als er Mühringen an das Kloster St. Gallen verschenkte. Zahlreiche Funde aus der Allemannenzeit die beim Ausheben von Baugruben und Wegearbeiten gefunden wurden und im Schloss des Freiherrn von Ow in Wachendorf aufbewahrt werden, beweisen, dass unser Ort schon viel älter ist.
Urkundlich tauchte der Namen „MIERINGIN" um 1125 bis 1133 durch den Lehnsmann des Klosters St. Gallen Eberhard von Mieringin wieder auf.
Ein Nachfolger des Eberhard war, 1237 Dieterich von Mühringen. Diesem folgte ein Ritter Wernher von Mühringen 1311.
Weitere Adelsgeschlechter waren: 1360 – 1383 Familie Salzfaß,
1383 – 1508 Herren von Weitingen, 1508 – 1516 Heinrich von Zimmern, 1516 – 1606 Widmann von Mühringen.


Der Taufstein in der Mühringer St. Galluskirche ist ein Geschenk derer von Widmann und weist das Widmannsche Wappen sowie das Wappen von Dettingen (Horb) auf. Dieser stammt aus dem Jahre 1595.

Textfeld:  1698 – 1805 die Herren von Rauner und von Münch. Da der letzte Baron von Münch, keine Kinder hatte, wurde der Gutsbesitz 1921 an den Neffen Arnold von Podewils der Gutsbesitz vererbt. Dessen Nachkommen stellen heute noch die Schlossherrschaft.

Das Gemeindewappen von Mühringen zeigt zwei gekreuzte Fackeln auf rotem Grund. Auf dem alten Bürgermeisterstempel ist zwischen den Fackeln noch ein Stern zu sehen. Dieser wurde in der Zeit zwischen 1933 und 1939 entfernt weil geglaubt wurde, dass es sich um einem Davidsstern für die jüdische Gemeinde Mühringens handelt. Der Stern besagte aber das Mühringen ein Rittergut war.

 

Mühringen ist heute eher eine katholisch geprägte Gemeinde. Doch gibt es in unserem Dorf auch noch ein evangelische  sowie eine neuapostolische Gemeinde. Bis ins Jahr 1942 war in der Gemeinde auch noch eine andere große Glaubensgruppe angesiedelt. Die jüdische Bevölkerung war mitprägend für unseren Ort. Bis 1912 war Mühringen der Sitz des Rabbinats mit einer stattlichen Synagoge wie auf dem Bild rechts zu sehen ist. Die Synagoge wurde zwischen 1807 und 1810 erbaut. In den Jahren 1807 betrug der Bevölkerungsanteil der jüdischen Mitbürger hier in Mühringen ca. 45% . Die letzten jüdischen Mitbürger wurden 1942 nach Rexingen zwangsumgesiedelt und von dort aus in die Vernichtungslager deportiert.

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Die katholischen Einwohner von Mühringen gehörten bis zum Jahre 1710 zur Pfarrei Bierlingen. Erst 1710 wurde eine eigenständige Pfarrei eingerichtet. Der Schutzpatron der Mühringer Katholiken ist der Hl. St. Gallus.

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Die Evangelischen Christen gehören zu der Seelsorgeeinheit Mühlen a.N. Die Friedenskirche in Mühringen wurde in den 1970er Jahren neu erbaut. Vorher wurden die Gottesdienste an anderen Orten in Mühringen, z.B. in der Kleiderfabrik Nagel abgehalten.

 


Mühringen war immer schon wirtschaftlich geprägt und hatte nicht zuletzt durch die jüdische Bevölkerung einen soliden Handel und viele Handwerksbetriebe aufzuweisen. So gab es Anfang des 20. Jahrhunderts 4 Mühlen (Sägemühle, Lohmühle, Gipsmühle, Mahlmühle), 2 Brauereien (Lamm und Adler) 8 bzw. 9 Gasthäuser, 3 Bäckereien, 3 Metzgereien und viele andere Betriebe. Nicht zuletzt kam in  Mühringen durch den Bahnanschluss der Fremdenverkehr auf. So wurde Mühringen zum Luftkurort erhoben.

Wie es auch durch alte Ansichtskarten belegt wird.


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Auch als Wallfahrtsort war Mühringen weit über seine Grenzen hinaus bekannt. Schon 1724 steht in den Statuten des Haigerlocher Landkapitels das in Mühringen neben dem Hauptpatron, dem  Hl. St. Gallus auch die Hl. Cumerana (Hl. Wilgefortis), als Nebenpatronin verehrt wurde. Es gab einen Cumeranabrunnen in Mühringen, der am heutigen Sportplatzweg lag. Um 1738 wurde beim Brunnen sogar eine Cumeranakapelle erbaut die leider zum Beginn des 20 Jahrhunderts abgerissen wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nach Mühringen Wallfahrten durchgeführt. Es nahmen bis zu mehreren Tausend Wahlfahrer daran teil.


Eine Besonderheit im unteren Eyachtal sind die vielen Mineral und Kohlesäurequellen. Mühringen besaß zwei große Betriebe die das Mühringer Wasser in ganz Baden-Württemberg bekannt machten Dies war zum einen der Mühringer Schloß-Sprudel  von Rudolf Dehner   

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und die Eyachtal-Quelle von Karl Ohngemach.

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