Die jüdische Gemeinde Mühringen


Textfeld:  Mühringen ist auch heute noch geprägt durch seine jüdische Geschichte. Bereits seit Mitte des 14. Jahrhunderts gab es Juden in unserem Ort.
Der Mühringer Judenfriedhof ist der älteste jüdische Friedhof in Württemberg. Aus den Daten des Gemeindearchivs geht hervor, dass bereits im Jahre 1579 hier Beerdigungen stattfanden. Mit seiner Größe von ungefähr 60 Ar ist er auch einer der größten jüdischen Begräbnisstätten hier im Land. Der älteste noch vorhandene Grabstein stammt aus dem Jahre 1697.
Zur Zeit sind noch rund 807 Grabsteine erhalten. Tatsächlich liegt die Zahl der Toten, die hier die ewige Ruhe fanden, weit höher.
Das letzte Begräbnis fand im November 1940 statt.

 

Textfeld:  Mühringen war der Mittelpunkt der Juden im Oberamt Horb, denn hier war seit 1728 das Rabbinat angesiedelt. Im selben Jahr wurde die erste Synagoge erbaut. Diese musste im Jahre 1807 einem Neubau weichen der 1811 eingeweiht wurde. Auf dem Bild links sieht man den beachtlichen Bau, der immerhin 600 Gläubigen Platz bot. Der erste Rabbiner in Mühringen war der aus Haigerloch stammende Elias Weil. Ihm folgten Nathanel Weil, Samson Feis, David Dispecker, Jacob Samuel Schwabacher, Abraham Weil, Abraham Ries, Gabriel Adler, Dr. Moses Wassermann, Dr. Michael Silberstein und Dr. Adolf Jaraczewsky, der 1912 das Rabbinat nach Horb verlegte.Textfeld:


Zum Rabbinat gehörten die Gemeinden: Mühringen, zu der die Parzelle Rottweil gehörte, Nordstetten, Baisingen, Mühlen, Rexingen und Wankheim zu welcher die Israeliten in Tübingen und Reutlingen gehörten.
Gleich neben der Synagoge stand das „alte“ Rabbinats-haus (Bild rechts).

 

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In ihm war auch die erste Mikwe (rituelles Reinigungsbad) der Juden eingerichtet. Die jüdische Gemeinde kaufte im Jahre 1845 vom Matheus Hertkorn das ehemalige Gasthaus „zum goldenen Hirsch“ und baute es als Rabbinerwohnung und Schulhaus um (Bild links)

 

 

 

 

 

 

Auch eine neue Mikwe wurde mit eingebaut. Da im Keller eine natürliche Mineralwasserquelle sprudelt waren die Voraussetzungen für das Ritualbad hervorragend. Im Ersten Stock war die jüdische Schule untergebracht. Im oberen Stockwerk dann die Wohnung für den Rabbiner. In der kleinen Remise blieb noch Platz für den Totenwagen. Dieser wurde dann ab September 1951 von der Christlichen Gemeinde genutzt, da deren Totenwagen bei einem Unfall mit durchgehenden Pferden nach der Beerdigung von Albert Hank gänzlich zerstört wurde. 
Bereits seit Ende des letzten Jahrhunderts kann man die ehemalige Mikwe im Rabbinatshaus wieder besichtigen.


Textfeld:  Die Familien Wurster/Haigis haben diese in Eigeninitiative wiederhergerichtet. Ewald Wurster bietet hier auch für interessierte Bürger Führungen an.